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Allgemeine Informationen zu Adipositas

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Adipositas ist eine chronische Krankheit und kann auch bezeichnet werden als Obesitas (engl. obesity) oder Fettleibigkeit. Dabei handelt es sich um eine übermäßige Vermehrung oder Bildung von Fettgewebe. Der Begriff Fettsucht ist nicht sinnvoll, da Adipositas in den meisten Fällen nichts mit Sucht zu tun hat, erst recht nicht mit einer Sucht nach Fett!


Da Adipositas mit Übergewicht verbunden ist, wird der Begriff oft als Synonym für Übergewicht gebraucht. Dies ist aus medizinischer Sicht nicht korrekt. Der Mediziner spricht von Adipositas ab einem BMI von 30, von Übergewicht hingegen ab einem BMI von 25. Somit ist Adipositas auch Übergewicht, Übergewicht aber nicht notwendigerweise Adipositas. Adipositas kennzeichnet somit einen gewissen Schweregrad von Übergewicht. Ob tatsächlich Übergewicht bzw. Adipositas vorliegt bestimmen verschiedene Faktoren (siehe Mehr zum Thema).

Adipositas in unserer Gesellschaft

Übergewicht erobert alle Länder, Adipositas ist ein weltweites Problem: die schwere Last des Wohlstands. Erstmals leben so viele dicke Menschen auf der Erde wie dünne: 1,1 Milliarden hungern jeden Tag - ihnen stehen 1,1 Milliarden Übergewichtige gegenüber, Tendenz steigend.

Die Welt Gesundheitsorganisation WHO bezeichnet Adipositas als das größte chronische Gesundheitsproblem. In einigen westlichen Industrienationen sind mehr als 30 % der Menschen übergewichtig. Je nach Nation verursachen Adipositas und die Folgeerkrankungen fünf bis zehn Prozent der Gesamtkosten des Gesundheitswesens. In den USA werden etwa 280.000 Todesfälle pro Jahr auf die Adipositas mit ihren Folgeerkrankungen zurückgeführt. Übergewicht ist damit die Todesursache Nummer zwei, nach dem Rauchen.

Die Zahl der Übergewichtigen steigt und steigt und steigt. Nach den Daten aus dem Bundes-Gesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts (1998) haben in Deutschland fast 70 % der Männer und die Hälfte der Frauen leichtes Übergewicht. Bei ihnen liegt der Body Mass Index (BMI) oberhalb von 25. Bei 20 % der Frauen und Männer liegt der BMI sogar über 30.

Adipositas bei Kindern

Auch Kinder und Jugendliche leiden zunehmend unter Übergewicht. Die Kieler Präventionsstudie hat gezeigt, dass 23 % der Kinder bis sieben Jahre demnach zu dick sind. In den letzten 20 Jahren konnte generell ein Anstieg des Fettanteils an der Körperzusammensetzung um rund 20 % beobachtet werden.

Die Fettleibigkeit grassiert unter deutschen Kindern: zehn bis zwanzig Prozent der Schulkinder und Jugendlichen sind zu dick und viele werden zeitlebens übergewichtig bleiben. Studien aus Jena und Hamburg belegen für Deutschland einen drastischen Anstieg des Körpergewichts in den vergangenen zwei Jahrzehnten.

Seit 1985 hat sich der Anteil an übergewichtigen Jungen mehr als verdoppelt - auf knapp 26 %. Noch gravierender ist der Zuwachs bei den Mädchen. Jedes dritte von ihnen ist zu schwer. Mitte der 80er Jahre war es kaum jedes neunte.
Außerdem nehmen die Extremformen zu: Hatten früher Jugendliche schlimmstenfalls ein Gewicht von 160 Kilogramm, so zeigt die Waage heute bis zu 180 Kilo und darüber an.

Der Hintergrund

Nicht allein fettes Essen, wenig Bewegung und eine Schwäche für Schokolade führen zum Übergewicht. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Entstehung von Adipositas beeinflussen und fördern. Oft sind es genetische- oder soziale Ursachen, die bereits im Kindesalter zu einem erheblichen Übergewicht führen.

Die Folgen

Das Risiko für Bluthochdruck ist bei Adipösen erhöht. Der Hochdruck kann Herzrhythmusstörungen bewirken und begünstigt, dass Ablagerungen die Gefäße verengen oder verstopfen: Arteriosklerose. Herztod und Schlaganfall werden wahrscheinlicher. Mit jedem Pfund, das man zwischen 30 und 42 Jahren zulegt, steigt das Risiko, am kranken Herzen zu sterben, um ein Prozent.

Physische Folgen
Psychische Folgen
Langzeitfolgen

Zu hohes Körpergewicht steigert Abrieb und Verschleiß der Gelenke. Die Arthrosegefahr steigt. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko, eine Zuckerkrankheit zu entwickeln (Typ 2 Diabetes mellitus oder Altersdiabetes): Das Zucker regulierende Hormon Insulin wird zwar noch hergestellt, wirkt aber nicht mehr richtig. Die früher nur bei älteren Menschen als "Altersdiabetes" diagnostizierte Stoffwechselstörung bahnt sich immer häufiger bei dicken Jugendlichen an. Ihnen drohen in späteren Jahren Herzinfarkt, Gefäßleiden und Erblindung. Das Krebsrisiko ist ebenfalls erhöht.

Zusätzlich zu den körperlichen Folgen entstehen psychische Belastungen. Adipöse Menschen haben schlechtere Aufstiegschancen im Beruf - unabhängig von sozialer Herkunft, Intelligenz und Ausbildung. Darüber gibt es einige Studien. In Amerika erhalten Übergewichtige pro Jahr 6.700 Dollar weniger Lohn als Schlanke.

Nicht nur, dass Dicke für ihr Aussehen finanziell bestraft werden - auch ihre Chancen, jemals zu heiraten, sind Studien zufolge deutlich geringer. Bei der Partnersuche werden Übergewichtige diskriminiert, die Wahrscheinlichkeit einer festen Beziehung ist deutlich geringer als bei Normalgewichtigen. Dabei sind dicke Frauen noch mehr benachteiligt als dicke Männer (20 % gegenüber 11 % weniger Wahrscheinlichkeit zu heiraten). Bei einer Umfrage unter Studenten erwiesen sich Kokainsüchtige, Ladendiebe oder körperlich Behinderte als begehrenswertere Partner als ein dicker Mensch.

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 24. Mai 2010 um 18:49 Uhr  

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