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Zum normalen Essverhalten zurückfinden

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Es ist nicht nur wichtig, sich mit den grundlegenden Ursachen zu beschäftigen, die die Essstörung verursachen. Genauso wichtig ist es, auf ein gesundes Essverhalten hinzuarbeiten. Viele Menschen haben das Gefühl, dass sie schon alles probiert haben und vor einer unmöglichen Aufgabe stehen, aber diese Befürchtungen sind unnötig. Es braucht Zeit, wieder mit dem normalen Essen anzufangen, und es sollte langsam geschehen, damit Sie nicht in Panik geraten und erneut die Kontrolle verlieren.

Blitz- und Crashdiäten sind für Erwachsene absolut unsinnig, denn sie machen eher dick als schlank. Für Kinder können solche radikalen Maßnahmen geradezu gefährlich sein, weil diese Kuren zu wenige lebenswichtige Nährstoffe enthalten. Zudem führt die schnelle Gewichtsabnahme bei Diäten zu einem bedenklichen Wasserverlust, der den kindlichen Organismus enorm belastet. Weil er noch wächst und sich entwickelt, ist der junge Organismus noch sehr empfindlich. Es gibt nur eine Lösung: die Ernährung der gesamten Familie langfristig auf "gesund" umstellen.

Das Ziel

Ihr ultimatives Ziel wird es sein, zu lernen, 3 Nicht-Diät-Mahlzeiten und 2 bis 3 Zwischenmahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen. Kohlenhydrate wie z.B. Getreide, Pasta, Reis, Brot, Obst und Gemüse sollten dabei 50 bis 60 % Ihrer täglichen Nahrungsmenge ausmachen. Fett ist ebenfalls ein essentielles Nahrungsmittel und sollte etwa 25 % zu Ihrer täglichen Nahrungszufuhr beitragen, während es bei Eiweiß, wie z.B. Eiern, rotem Fleisch, Milchprodukten und Geflügel zwischen 10 und 15 Prozent sein sollten.

Falls Sie sich im Hinblick auf die in Ihrer Familie praktizierten Kochgewohnheiten beraten lassen wollen, können Sie über Ihren Hausarzt oder Ihre Krankenkasse Kontakt mit einer Diätassistentin aufnehmen. Einige Krankenkassen bieten spezielle Ernährungs- bzw. Kochkurse an. Auch ein Buch mit praktischen Hinweisen zum kalorienbewussten Kochen kann helfen.

Die Möglichkeiten dorthin zu finden

Übergewichtige Menschen hegen besondere Vorlieben für fettreiche und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel. Häufig sind diese Vorlieben im Lauf von Jahrzehnten entstanden. Um so schwerer fällt es, sie zu ändern. Es bedarf großer Willenstärke, selbst einfache Ernährungsgewohnheiten dauerhaft umzustellen. Wir haben im folgenden einige Tipps und Tricks zusammengestellt, die Ihnen die Umstellung erleichtern sollten:

Wenn Sie unter Fressattacken leiden, versuchen Sie, 3 Nicht-Diät-Mahlzeiten und 3 Zwischenmahlzeiten pro Tag zu essen. Die Mahlzeiten sollten jeden Tag etwa zur gleichen Zeit gegessen werden. Am Anfang kann es Ihnen helfen, einem Mahlzeitenplan zu folgen, so dass Sie schon im voraus wissen, was Sie essen werden. Erlauben Sie sich keine Mahlzeiten darüber hinaus! Mehr zu essen, könnte zu Versagensgefühlen führen und damit einen neuen Ess-/Brechanfall auslösen. Meiden Sie am Anfang Lebensmittel, die einen Heißhungeranfall oder zu starke Schuldgefühle nach dem Essen auslösen könnten. Zu einem späteren Zeitpunkt können Sie diese Lebensmittel schrittweise in Ihren Nahrungsplan aufnehmen.

professionelle Hilfe

Ihre Familie sollte mindestens einmal am Tag zu einer Mahlzeit zusammenkommen. Überlegen Sie gemeinsam, zu welcher Mahlzeit dies am besten sein kann. Falls weder das Mittagessen noch das Abendessen in Betracht kommen, sollte es mindestens das Frühstück sein. Achten Sie darauf, wie die einzelnen Mitglieder in Ihrer Familie essen. Nicht selten wärmt sich jeder nach Lust und Laune rasch eine Mahlzeit im Mikrowellenherd auf und isst für sich alleine. Das fördert ein unregelmäßiges und unkontrolliertes Essverhalten, das sich gerade auf Kinder und Jugendliche mit Übergewicht ungünstig auswirkt.

Zwischenmahlzeiten können sehr hilfreich sein, ein besseres Essverhalten zu fördern. Ein Pausenbrot, ein Joghurt, ein Apfel oder ähnliches ist dafür gut geeignet. Auch am frühen Nachmittag oder am späten Abend kann eine Zwischenmahlzeit helfen. Im Prinzip ist es sinnvoller, drei Hauptmahlzeiten und drei Zwischenmahlzeiten zu festgelegten Zeitpunkten einzunehmen als bei ein oder zwei Mahlzeiten große Mengen herunterzuschlingen.

Achten Sie auf Ihre Trinkgewohnheiten. Viele Übergewichtige nehmen über den Tag verteilt große Mengen süsse Limonaden oder Tees zu sich, die wiederum erheblich zur Gesamtmenge eingenommener Kalorien beitragen. Kakao und Milch sind weitere Getränke, die stark kalorienhaltig sind. Es kann helfen, wenn Sie solche Getränke nicht mehr kaufen und für Ersatz sorgen (z. B. Mineralwasser und zuckerfreie Getränke einschließlich Tee).

Hören Sie auf mit dem Kalorienzählen. Kalorienzählen hindert Sie daran, normal zu essen. Konzentrieren Sie sich lieber darauf, zu lernen, was normales Essen bedeutet. Andere beim Essen zu beobachten, kann dabei hilfreich sein. Manchmal hilft es, sich Essen als Medikament vorzustellen. Sie mögen es vielleicht nicht nehmen, aber es ist wichtig, es einzunehmen, um gesund zu werden. Sie können Essen auch mit Treibstoff vergleichen: Ihr Körper braucht ihn, um ordnungsgemäß zu funktionieren.

Üben Sie am Anfang „mechanisches Essen". Das bedeutet, zu vorgegebenen Zeiten zu essen, ganz gleich, ob Sie hungrig sind oder nicht. Die körperlichen Mechanismen, die Hunger und Sättigung signalisieren, funktionieren nämlich noch nicht. Mit der Zeit werden sie aber wiederkehren und Ihnen anzeigen, wann Sie hungrig und wann Sie satt sind. Denken Sie immer daran, dass KEIN Essen Sie fett macht, solange es in Maßen gegessen wird.

Hören Sie auf, „Diätprodukte" zu kaufen. Kaufen Sie Essen, auf das Sie Lust haben, und nicht, weil es wenig Kalorien hat. Normales Essen zu lernen, braucht Zeit, und Sie sollten es langsam angehen, um sich nicht zu überfordern. Am Anfang ist es harte Arbeit, aber schon bald wird es ein normaler Teil Ihres Tagesablaufs sein!

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 13. Mai 2010 um 17:26 Uhr  

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