Welche Befunde beim Menschen sprechen dafür, dass das Körpergewicht durch erbliche Faktoren beeinflusst wird? Hierzu sind bereits seit ca. 100 Jahren eine sehr große Anzahl an Zwillings-, Adoptions- und Familienstudien erfolgt.
Wie sehen meine Geschwister aus?
Wir wollen zunächst die wichtigsten Zwillingsbefunde verdeutlichen: Das Körpergewicht von eineiigen Zwillingen ist im Durchschnitt deutlich ähnlicher als bei zweieiigen Zwillingen. Dies konnte in zahlreichen Zwillingsuntersuchungen gezeigt werden. Diese Studien legen nahe, dass ca. 60-80 % des Körpergewichts genetisch bedingt sind. Es gibt Hinweise dafür, dass die Erblichkeit im Jugendalter etwas höher ist als im Erwachsenenalter.
Da möglicherweise das gemeinsame Aufwachsen innerhalb einer Familie auch diese Ähnlichkeit mit verursacht, war es zusätzlich notwendig, getrennt aufgewachsene eineiige Zwillinge zu untersuchen. Eine derartige Untersuchung, die über 100 getrennt aufgewachsene, eineiige Zwillinge umfasste, ist 1990 veröffentlicht worden. Die Zwillinge waren zum größten Teil innerhalb der ersten Lebensmonate getrennt worden.
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Im Hinblick auf die Ähnlichkeit des Körpergewichts gab es keinerlei Unterschiede zwischen den getrennt und gemeinsam aufgewachsenen eineiigen Zwillingen. Unabhängig davon, ob sie getrennt oder gemeinsam aufgewachsen waren, ähnelten sie sich im gleichen Ausmaß im Hinblick auf ihr Körpergewicht.
In weiteren Zwillingsuntersuchungen konnte der Einfluss von Über- und Unterernährung auf eineiige Zwillinge untersucht werden. In einer Studie konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass eineiige Zwillinge, die über 84 Tage lang 1000 kcal zusätzlich zu ihrer zuvor ermittelten durchschnittlichen Nahrungsmenge erhielten, sehr unterschiedlich an Gewicht zunahmen. Die niedrigste Gewichtszunahme lag bei ca. 4 kg, die höchste bei ca. 13 kg. Innerhalb der einzelnen Zwillingspaare war die Gewichtszunahme jedoch jeweils relativ ähnlich.
Dieser Versuch belegt, dass manche Menschen aufgrund ihrer genetischen Ausstattung stärker als andere dazu veranlagt sind, bei übermäßiger Nahrungszufuhr zuzunehmen.
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